TEIL 1 - PFLASTERFLÄCHEN

Der Aushub

Anhand des Schnurgerüstes können die notwendigen Aushubmengen bis auf die erforderliche Tiefe abgemessen werden. Zu Beginn der Arbeiten ist der Boden im Bereich der zukünftigen Pflasterfläche höhengerecht auszuheben. Die Tiefe des Aushubs hängt von den Bodenverhältnissen und den örtlichen klimatischen Bedingungen (s. auch Abschnitt „Die Frostschutzschicht") und der zukünftigen Nutzung ab, d.h. der jeweiligen Dicke von Unterbau, evtl. Frostschutzschicht, Tragschicht, Bettung und Pflasterstein.

Tipp:
Prüfen Sie, ob der Aushub nicht im Garten wieder eingebracht werden kann, um ihn stärker zu profilieren und über Höhenunterschiede zu gestalten.

Der Untergrund/Unterbau

Der Untergrund/Unterbau muss dauerhaft tragfähig und standfest (d.h. verformungsbeständig) sein. Sollte eine Auffüllung (Unterbau) notwendig sein, wird je nach regionaler Verfügbarkeit eine frostsichere Gesteinskörnung (0/32, 0/45, 0/56) eingebaut. Häufig wird auch das für die Tragschicht des Oberbaues vorgesehene Material verwendet. Dieses ist in Lagen von ca. 20 cm Stärke einzubringen und im erdfeuchten Zustand (nicht zu nass!) Lage für Lage mit einem Rüttler (ca. 300 kg) mehrfach kreuzweise bis zur Standfestigkeit zu verdichten. Wird kein Unterbaumaterial eingebaut, gilt Gleiches für die Verdichtung des Untergrundes.

Das notwendige Gefälle der späteren Pflasterfläche (ca. 2,5%, „immer vom Gebäude weg" - bei wasserundurchlässigen Böden mind. 4%) und eine eventuelle Wasserführung sind bereits beim Aushub zu berücksichtigen.

Das Planum

Es gilt der Grundsatz, dass das Planum parallel zur späteren Pflasterdecke verläuft. Bei wasserundurchlässigen Böden ist durch geeignete Maßnahmen (z.B. Dränage) eine gute Abführung des Wassers sicherzustellen. Die Mindestanforderung für die Tragfähigkeit Ev2 des Planums beträgt 45 MN/m2.

Die Randeinfassung

Pflasterflächen erfordern grundsätzlich eine Randeinfassung (s. Abb.). Diese kann mit Palisaden, Tief- oder Rasenborden, die in Beton versetzt werden, hergestellt werden. Palisaden und Randsteine werden mit mindestens einem Drittel ihrer Gesamthöhe unter dem Pflastersteinniveau mit Beton eingebunden. Die Dicke des Betons sollte für KFZ–befahrene Flächen unter dem Begrenzungsstein 15 cm, seitlich min. 10 cm dick, ausgeführt werden (Betongüte min. C12/15). Für Terrassen oder begangene Wege ohne größere Lasten aus der Benutzung ist die so genannte Rückenstütze oder Betonschulter nach DIN 18318 eine gängige Art der Randeinfassung. Vor dem Setzen der Einfassungen sollte nochmals deren genauer Abstand durch Auslegen von Reihen der verwendeten Pflastersteine mit ausreichender Fuge (3 – 5 mm) ermittelt werden. Dieses erspart unnötige Schnitt- und Anpassungsarbeiten. Die anhand des Schnurgerüstes höhengerecht versetzten Einfassungssteine erleichtern die spätere Verlegung, da sie die Höhe für das Abziehen der Bettung vorgeben.

Der frostsichere Oberbau

Besonders der Oberbau, bestehend aus Frostschutzschicht (falls erforderlich), Tragschicht(en), Bettung und Pflasterdecke trägt entscheidend zur Dauerhaftigkeit der Pflasterung bei. Sorgfältige Arbeiten in diesen Bereichen vermindern Absackungen und Schäden an der Pflasterfläche. Zu berücksichtigen ist, dass gerade auf Auffahrten immer in derselben Spur gefahren wird und sich dort ein unzureichender Aufbau der Pflasterfläche zuerst zeigt (s. Abb.)!

Die Tragschicht

Die Tragschicht hat die Aufgabe, die Belastung gleichmäßig auf den Untergrund zu verteilen. Sie muss ausreichend wasserdurchlässig sein, damit eindringendes Oberflächenwasser schnell abgeführt wird und somit Schäden durch Vernässung vermieden werden. Gleichzeitig kann gefrierendes Wasser den Pflasteroberbau nicht mehr anheben und zerstören.

Die Tragschicht wird höhengerecht mit mind. 2,5 % Gefälle (immer vom Gebäude weg) lagenweise eingebaut und ausreichend mit dem Flächenrüttler (ca. 300 kg) verdichtet. Beachten Sie, dass die Tragschicht in Schichten von maximal 20 cm Stärke verdichtet wird, weil die Verdichtungskraft des Rüttlers nicht tiefer reicht.

Die Tragschicht muss gleichmäßig stark sowie eben ohne Löcher oder überhöhte Bereiche eingebaut werden. Die Toleranz sollte innerhalb einer 4 m langen Messstrecke nicht mehr als 2 cm betragen. Eine stark unterschiedliche Dicke der später aufzubringenden Bettungsschicht hätte zur Folge, dass sich die Bettung unterschiedlich verdichtet und Unebenheiten in der Pflasterfläche entstehen (s. Abb. oben).

Um eine Erosion der Schichten des Oberbaus zu verhindern, muss das Korngerüst der Tragschicht gegenüber Pflasterbett und Unterbau/Untergrund bzw. Frostschutzschicht aufeinander abgestimmt sein, damit keine Feinanteile z.B. aus der Bettung in die Tragschichten einrieseln können (Filterstabilität der Schichten). Weiterhin kann so eine sichere Abführung des versickernden Wassers gewährleistet werden. Nasse Tragschichten haben deutlich geringere Tragfähigkeiten.

Die notwendige Dicke der Tragschicht ergibt sich aus der Nutzung. Befahrene Flächen, z. B. Grundstücksauffahrten, erfordern eine 25 cm starke ungebundene Tragschicht aus Schotter oder eine 30 cm starke Tragschicht aus Kiessand (je nach regionaler Verfügbarkeit) in der Körnung 0/32 bis 0/45. Für Terrassen und begangene Wege reichen in der Regel ca. 15 – 20 cm aus.

Die Bettung

Eine funktionsfähige Pflasterdecke besteht aus dem Pflasterstein, der so genannten Bettung und dem Fugenmaterial. Die Bettung hat die Aufgabe, die Dickentoleranzen der Pflastersteine auszugleichen und das Auflager der Steine herzustellen. Das Pflasterbett muss über die gesamte Fläche gleichmäßig dick aufgetragen sein. Die Bettung dient nicht dazu, unzulässige Unebenheiten der Tragschicht auszugleichen. Wird dies nicht berücksichtigt, besteht die Gefahr von Längsunebenheiten und Spurrinnenbildung (s. Abb. oben).

Auf die vorbereitete Tragschicht wird das ungebundene Bettungsmaterial eben aufgebracht und nicht verdichtet. Die Stärke der Bettung sollte im verdichteten Zustand ca. 4 cm betragen (Bild 4). Als Material wird ein Kiessand oder Brechsand-Splittgemisch mit einer Körnung von 0/3, 0/4, 0/5 oder 0/8 mm verwendet. Empfehlenswert ist das Brechsand-Splittgemisch wegen seiner hohen Stabilität. Das Material sollte frei von färbenden Bestandteilen und filterstabil zur Tragschicht sein. So kann eine sichere Abführung des versickernden Wassers gewährleistet werden. Die Bettung ist sehr sorgfältig herzustellen. Um eine ausreichende Genauigkeit zu erreichen, wird die Bettung plan auf den Rasenbordsteinen oder auf höhengerecht eingegrabenen Lehren (die anschließend wieder entfernt werden) ca. 5 mm höher als die spätere Sollhöhe abgezogen, da sich die Bettung beim Abrütteln verdichtet. Nach dem Herausnehmen der Lehren muss der Hohlraum mit etwas Bettungsmaterial wieder aufgefüllt und leicht geglättet werden. Die Bettung darf nicht mehr betreten werden.

Die Verlegung

Bei Anlieferung der Steine ist die Lieferung auf augenscheinliche Mängel zu prüfen. Etwaige Mengen- und Qualitätsdifferenzen sind vor dem Einbau zu klären. Steine mit sichtbaren Mängeln dürfen nicht eingebaut werden. Die Verlegung der Pflastersteine erfolgt immer von der bereits verlegten Fläche aus (vor Kopf) (Bild 4 - 6). Die Pflastersteine sind mit einem Abstand von 3 – 5 mm zueinander zu verlegen. Nur mit einem solchen Abstand kann die Fuge in voller Höhe verfüllt werden und ihre lastübertragende Funktion erfüllen. Die teilweise an den Steinen angebrachten Abstandhalter sind nur Produktionshilfen und stellen nicht den tatsächlichen Abstand dar. Zu eng verlegte Steine führen zu Kantenabplatzungen und Schäden in der Fläche.

Bei der Verlegung sollten die Steine aus mehreren Paketen unregelmäßig gemischt werden, um natürliche Farbunterschiede auszugleichen. In regelmäßigen Abständen sollte die Verlegung mittels einer Schnur auf Geradlinigkeit geprüft werden. Besondere Flächenmuster müssen vorher genau eingemessen und dann mit deren Verlegung begonnen werden. Die Verlegung von Kreisen und Bögen beginnt man in deren Mitte. Zum Schluss lassen sich die Anschlusssteine zur restlichen Fläche, die bisweilen geschnitten werden müssen, gut anpassen. An Einbauten oder sonstigen Unterbrechungen sind Passsteine notwendig (Bild 7 - 9). Beim Zuschneiden dieser Steine ist zu beachten, dass der Passstein nicht kleiner ist als ein halber Stein und nicht spitzer als 45°. Gegebenenfalls ist vorher in der Reihe durch Austausch von Steinen ein entsprechendes Restmaß herzustellen.

Die Verlegung von Mehrsteinsystemen

Mehrsteinsysteme bestehen aus verschiedenen Steinformaten, die in einer Lage eines Steinpaketes vorhanden sind. Das ausgewogene Verhältnis der Steinformate innnerhalb einer Lage ermöglicht eine leichte und schnelle Verlegung. Einzelne Steinformate sind nicht separat erhältlich.

Es gibt drei verschiedene Typen von Mehrsteinsystemen: Systeme mit einer Steinbreite und unterschiedlichen Steinlängen, Systeme mit zwei oder mehreren unterschiedlichen Steinbreiten und unterschiedlichen Längen sowie aus unterschiedlichen Steinformaten innerhalb eines Rasters zusammengesetzte Systeme.

Mehrsteinsysteme werden ohne Kreuzfuge verlegt! Sollte sich im Verlauf der Verlegung eine Kreuzfuge ergeben, kann durch Austauschen des Steins gegen einen andersformatigen Stein der notwendige Versatz im Fugenverlauf erzielt werden. Ebenso kann am Rand durch solch einen Austausch ein Schnitt vermieden werden. Der ausgetauschte Stein sollte dann in der nächsten Reihe sofort wiederverwendet werden (s. Abb.).

Mehrsteinsysteme wie z.B. Manera<sup>®</sup> werden „wild" verlegt, d.h. die einzelnen Formate können ohne jegliches wiederkehrendes System verlegt werden. Eine durchlaufende Fuge sollte nach Möglichkeit vermieden werden, um ein harmonisches Fugenbild zu erzielen. Im Randbereich ist darauf zu achten, dass die an der Einfassung liegenden Steine nicht in einer bestimmten, immer wiederkehrenden Reihenfolge verlegt werden. Innerhalb einer Reihe sollten zwei gleichformatige Steine möglichst nicht nebeneinander liegen. Gegebenenfalls sollte auch hier ein Tausch der Steine vorgenommen werden.

Die Fuge

Das Fugenmaterial sorgt für eine gesicherte Lastübertragung von Pflasterstein zu Pflasterstein in horizontaler Richtung. Auf die fertig verlegte Fläche (Fugenabstand 3 - 5 mm) wird ein Kiessand oder Brechsand-Splittgemisch mit einer Körnung von 0/2, 0/3, 0/4, oder 0/5 mm aufgebracht.

Tipp:
Den richtigen Fugenabstand können Sie ganz einfach mit einem Zollstock prüfen: Passt die Stärke des ausgeklappten Glieds des Maßstabes zwischen die Fugen, ist der Abstand korrekt. Passt der Maßstab nicht oder hat er zuviel Platz, sollte nachgearbeitet werden.  

Das Fugenmaterial muss filterstabil zum Bettungsmaterial sein, damit es nicht in die Bettung rieselt. Dieses lässt sich einfach erreichen, indem Fugen- und Bettungsmaterial identisch gewählt werden. Empfehlenswert ist ein Brechsand-Splittgemisch wegen seiner hohen Stabilität. Es wird mit einem Besen diagonal zum Fugenverlauf zunächst trocken eingekehrt und somit stabilisiert (Bild 12). Diese Bestandteile können sich in der Oberfläche des Betonpflastersteins festsetzen und zu dauerhaften Farbveränderungen führen.

Das Abrütteln

Das Abrütteln der Pflasterfläche erfolgt nur im trockenen Zustand. Vor dem Rütteln ist die Pflasterfläche unbedingt sauber abzufegen. Überschüssiges Fugenmaterial muss entfernt werden, da Fremdstoffe auf der Fläche Schäden an der Oberfläche (Kratzer, Schlierenbildung, etc.) und der Ebenflächigkeit verursachen. Das Abrütteln der Pflasterfläche erfolgt durch einen Rüttler mit Plattengleitvorrichtung. Das notwendige Gewicht des Rüttlers ergibt sich aus der Dicke der Steine. Bei einem Pflaster von 6 cm benötigt man einen Rüttler mit einem Gewicht von ca. 130 kg, bei einer Dicke von 8 cm sollte das Gewicht ca. 170 – 200 kg betragen. Die Fläche wird in Längs- und Querrichtung von außen nach innen abgerüttelt. Nach dem Abrütteln ist in die Fugen nochmals Fugenmaterial einzufegen, um die zwangsläufig erfolgten Setzungen des Kiessand- oder Brechsand-Splittgemischs auszugleichen. Das Abrütteln dient dazu, die toleranzbedingten Höhenunterschiede der Pflastersteine durch Einrütteln in die Bettung auszugleichen. Das Ergebnis ist bei richtiger Stärke der Bettung und gleichmäßigem Rütteln eine ebene Pflasterfläche. Zum Erhalt einer funktionsfähigen Pflasterfläche ist es notwendig, die Fugenfüllung regelmäßig nachzuarbeiten.