Frostschutz

Um Schäden am Oberbau zu vermeiden, muss der Aufbau nicht nur ausreichend tragfähig, sondern auch frostsicher hergestellt werden. Frostschäden an Straßenbefestigungen können dann auftreten, wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind:

1. Frost hinreichender Strenge und Dauer (Frosteinwirkzone)

2. frostempfindlicher Boden im Gefrierbereich der Straßenbefestigungen (Frostempfindlichkeitsklasse)

3. Wasser, das zur Gefriergrenze gelangen kann

4. Belastung durch Verkehr

5. ungenügende Trageigenschaften des Oberbaus

Gefrier- oder Tauschäden treten in der Regel nur dann auf, wenn alle diese Voraussetzungen wirksam sind. Frostschutzmaßnahmen richten sich daher im Allgemeinen gegen eine dieser Bedingungen.

Die Dicke des frostsicheren Aufbaus muss so festgelegt werden, dass während der Frost- und Auftauperioden keine schädlichen Verformungen auftreten. Um diese Anforderung zu erfüllen wird die Gesamtdicke des frostsicheren Oberbaues entsprechend der RStO 12 aus einem Ausgangswert – abhängig von der Frostempfindlichkeitsklasse des Untergrundes und der Verkehrsbeanspruchung – sowie Mehr- und Minderdicken für die örtlichen Verhältnisse festgelegt. Bei häufig wechselnden Bodenarten innerhalb eines Baufeldes ist in jedem Falle die höhere Frostempfindlichkeitsklasse maßgebend.

Für Rad- und Gehwege ist bei Böden der Frostempfindlichkeitsklassen F2 und F3 außerhalb geschlossener Ortschaften eine Mindestdicke von 30 cm und innerhalb geschlossener Ortslage eine Mindestdicke von 20 cm anzunehmen. Bei ungünstigen klimatischen Bedingungen und Wasserverhältnissen müssen örtliche Erfahrungen berücksichtigt werden. Für befestigte private Flächen, die nicht von Kraftfahrzeugen befahren werden, z. B. Terrassen und Gartenwege, sollte ebenfalls eine Mindestdicke des frostsicheren Aufbaus von 30 cm bzw. 20 cm vorgesehen werden um Frost- oder Auftauschäden zu vermeiden.