Rutschwiderstand

R-Klassifizierung (Rutschwiderstand)
Die R-Klasse beurteilt Fußböden in Gebäuden bzw. im gebäudenahen Bereich und folgt der Richtlinie der Berufsgenossenschaften (BGR 181). Der Rutschwiderstand wird stationär im Prüflabor an Testbelägen durch eine Prüfperson mit einem Testschuh (Picasso-Sohle) auf einer schiefen Ebene (DIN 51130) ermittelt. Der mit Öl benetzte zu prüfende Belag wird während der Prüfung steiler ausgerichtet, bis zum Ausgleiten der Person. Die so ermittelte Schräge wird in eine von fünf Bewertungsgruppen umgerechnet. 

  • R 9 gilt für Innenbodenbeläge in allgemeinen Bereichen
  • R 10 gilt für öffentliche Toiletten
  • R 11 gilt für Ladeneingänge und Treppen außen
  • R 12 gilt in Krankenhausküchen und in Küchen, in denen mehr als 100 Gedecke täglich produziert werden
  • R 13 gilt in Schlachthöfen

    Die Bewertungsgruppe dient als Grad der Rutschhemmung, wobei Beläge mit der Bewertungsgruppe R9 den geringsten und mit R13 den höchsten Anforderungen an die Rutschhemmung genügen. Eine „Vor-Ort-Messung“ und Überprüfung des Belags ist nicht möglich.


ABC – Werte
Nassbelastete Barfußbereiche (z. B. im Schwimmbad) werden nach DIN 51097 in die Bewertungsgruppen A, B, C eingestuft. Messmethode ist auch hier die „schiefe Ebene“  - allerdings barfuß (statt mit Schuhen) mit dem Gleitmittel „entspanntes Wasser“ anstelle von Öl. Eine Vergleichbarkeit zwischen R-Werten und ABC-Werten ist nicht möglich. 


SRT-Wert (Griffigkeitskennwert)

Der SRT-Wert ist die gängige heute übliche Klassifizierungsmethode. Der Rutschwiderstand im fußläufigen Außenbereich wird anhand des Ausschlagens eines geeichten Pendels gemessen. Das bewegte Pendel wird je nach Rauheit abgebremst. Hieraus lässt sich die Mikrorauheit ableiten. 

Mit dem SRT-Verfahren (Skid Resistance Tester) können sowohl neu zu verlegene Platten (im Labor) als auch bereits verlegte Platten (während der Nutzung) gemessen werden. Das SRT-Pendel ist derzeit das einzige vom Europäischen Komitee für Normung (CEN) harmonisierte Gerät zur Messung der Griffigkeit. 

Die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen e.V. Köln hat ein „Merkblatt über den Rutschwiderstand von Pflaster und Plattenbelägen für den Fußgängerverkehr“ herausgegeben, in dem die Ermittlung der SRT-Werte erklärt wird.


Zusammenfassung und Fazit
Das Prüfverfahren nach DIN 51130 (schiefe Ebene) unter Verwendung von Motoröl als Gleitmittel und eines Arbeitsschuhs bewertet nicht hinreichend die praxisüblichen kritischen Situationen in Außenbereichen. Betonwaren mit geschliffener Oberfläche werden bei dieser Methode praxisfremd mit Öl geprüft und bewertet, woraus sich eine vergleichsweise schlechte Beurteilung hinsichtlich der Rutschhemmung ergibt. 

Untersuchungsergebnisse der SLG (Betonverband Straße, Landschaft, Garten e. V.) zeigen, dass dem Einsatz von Betonwaren mit geschliffener Oberfläche in Außenbereichen aufgrund einer ausreichenden Rutschhemmung häufig nichts entgegensteht.