Caeculith®
Sicherheits- und Leitsystem/
Bodenindikatoren

Blinde und sehbehinderte Menschen orientieren sich vielfach taktil mit Hilfe der Pendeltechnik mit dem Langstock oder "podotaktil" über die Fußsohle. Der Langstock ist mit einer beweglichen Kunststoffkugel ausgestattet, um über entsprechende Vibrationen Rückmeldungen zu geben. Grundsätzlich wird bei den Bodenindikatoren zwischen genoppten und gerippten Strukturen unterschieden.

Gerippte Strukturen eigen sich hervorragend für richtungsbezogene Führungsaufgaben, die über den Langstock abgetastet werden sollen. Die Leitlinien dienen als Führungslinien im Sinne der Hauptgehrichtung.

Noppenplatten hingegen werden bei verschiedenen Aufmerksamkeitsfeldern eingesetzt. Noppen lassen sich nicht nur mit dem Langstock, sondern auch mit den Füßen ertasten und sind deshalb zur Warnung besonders geeignet. Das Caeculith® Sicherheits- und Leitsystem bietet bewusst unterschiedliche Ausführungen an. Diese Diskrepanz entsteht aus der momentanen Diskussionen rund um die Barrierefreiheit und mangels klarer normativer Vorgaben. So müssen sich im öffentlichen Raum nicht nur sehbehinderte Menschen sicher und eigenständig bewegen können, sondern auch gehbehinderte Menschen.

Für sog. Auffindestreifen AFS (vgl. Elemente eines Leitsystems) werden Noppenplatten mit orthogonalen (rechtwinklig angeordnet) Noppen eingesetzt, für Noppenfelder im Anschluss an Leitstreifen (als Abzweigfeld AZF und Aufmerksamkeitsfeld AMF) ausschließlich Noppenplatten mit diagonaler Anordnung. Dieses geschieht, da teilweise der Langstock von Nutzern in bestimmten Situationen durch die Rippen der Leitstreifen geschoben wird. Bei parallel angeordneten Noppen besteht die Gefahr, den Stock durchzuschieben, ohne die Noppen zu ertasten.

Des Weiteren kann bei den Noppen zwischen Kugelkalotten (einer abgeflachten Kuppel) und Kegelstümpfen (ein oben abgeschnittener Kegel) unterschieden werden. Dabei gilt der Grundsatz, dass Kegelstümpfe für sehgeschädigte Menschen besser zu ertasten sind, als die Kugelkalotten. Diese sind jedoch für Rollator- und Rollstuhlnutzer schlechter zu befahren. Für diese Gruppe stellt die Kalottenform ein geringeres Hindernis dar, sodass ein Kompromiss gebildet werden muss.

Auf Grundlage der bisherigen Erkenntnisse empfiehlt sich für die Aufmerksamkeitsfelder AMF und die Abzweigfelder AZF der Einsatz der diagonalen Kegelstumpfnoppe mit 50 Noppen, für den Auffindestreifen AS als Zuführung zur Querungsstelle die Kegelstumpfnoppe in orthogonaler Anordnung mit 36 Noppen.

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